Es war kein Zufall, dass Paulus Bohl durch das Tanzen bekannt wurde. Er wurde 1997 in Wien geboren und wuchs im 23. Bezirk auf. Er verkörpert die kreative Energie, die sowohl digitales als auch analoges Publikum auf besonders anpassungsfähige Weise anspricht. Schon früh wurde Paulus von seinem Vater, dem langjährigen „Projekt X“-Regisseur Herbert Knötzl, und dessen medienorientierter Arbeit geprägt. Paulus fand seinen eigenen Ton durch bewusstes Experimentieren, sowohl auf traditionellen Bühnen als auch auf Social-Media-Plattformen.

Nach einer erfolgreichen akademischen Karriere entschied sich Bohl für ein Jurastudium an der Universität Wien. Rückblickend erwies sich eine scheinbar unbedeutende Entscheidung als kalkuliert. Denn was ist Humor anderes als eine bissige Interpretation gesellschaftlicher Normen? Paulus beherrschte schon während seines Studiums die präzise Sprache, den kritischen Blick und die nuancierte Ironie. Viele seiner Sketche sind noch heute von seiner juristischen Denkweise geprägt; sie sind nuanciert, scharfsinnig und bemerkenswert strukturiert.
| Name | Paulus Bohl |
|---|---|
| Geboren | 1997 in Wien |
| Beruf | Kabarettist, Comedian, Social-Media-Künstler |
| Bekannt für | Comedy-Duo „Dr. Bohl“ mit Bruder Benjamin |
| Ausbildung | Jus-Studium, Universität Wien |
| Vater | Herbert Knötzl (TV-Regisseur, u.a. „Project X“) |
| Fußball-Leidenschaft | Austria Wien, Arsenal London |
| Aktuelle Shows | „Dancing Stars“ (ORF), Podcast, Seitenwechsel-Format |
| Website |
Er nutzte die veränderte Medienlandschaft, insbesondere während der Pandemie, geschickt aus. Gemeinsam mit seinem Bruder Benjamin gründete er das Comedy-Duo „Dr. Bohl“. Die beiden kreierten aus alltäglichen Beobachtungen amüsante Miniaturen, die sie anschließend auf YouTube, Instagram und TikTok teilten. Ihre Videos waren nicht nur unterhaltsam, sondern hatten auch eine unerwartete gesellschaftliche Relevanz. Dank ihrer einzigartigen Mischung aus Wiener Schmäh, Selbstironie und ausgeprägtem politischen Gespür wurden sie schnell zu den Stimmen einer jungen, technikaffinen Generation.
Paulus Bohl zeigt neben seinem Humor eine besonders starke Bindung zum Fußball. Sein Vater und sein Onkel weckten schon früh in ihm die Liebe zu Austria Wien. Schon als Kind trug er Lila, saß mit Benjamin im Stadion und feuerte die Fans an. Diese tief verwurzelten Bräuche, wie das gemeinsame Feiern und Siege, prägten eine enge Familienverbindung, die bis heute anhält.
Seine Begeisterung führte ihn nicht nur in die Stadien, sondern auch zu wichtigen Fußballstadien in ganz Europa. Paulus verkörpert diese Leidenschaft ehrlich und direkt, ob bei Arsenal London oder beim EM-Spiel Österreich gegen Frankreich in Düsseldorf. Die kollektive Euphorie im Stadion bezeichnet er als „unersetzlich“. Besonders beeindruckt hat ihn beim EM-Spiel die Kameradschaft unter den österreichischen Fans, die ihn sichtlich berührt hat.
Ein weiteres Kapitel seiner Karriere ist seine Teilnahme an der ORF-Show „Dancing Stars“, wo er aktuell mit Profitänzerin Catharina Malek konkurriert. In Interviews spricht er offen über die körperlichen Herausforderungen der Tanzproben – Blasen, Muskelkater und Nervosität –, zeigt aber auch einen unbändigen Drang, über sich selbst hinauszuwachsen. Die Bühne ist für ihn Trainingsgelände und Spielfeld zugleich. Dabei merkt man, dass er die Vorbereitung auf jede Rolle sehr ernst nimmt und sich nicht nur auf seinen Charme und Witz verlässt.
Er traf Fußballlegenden wie Herbert Prohaska bei Interviews für die ORF-Sendung „Seitenwechsel“, was er als besonders bereichernde Erfahrung bezeichnet. Diese Interaktionen zeigen, dass er nicht nur konsumiert, sondern auch reflektiert. Paulus Bohl betrachtet Diskussionen mit Idolen eher als Lernmöglichkeit denn als Chance, als Berühmtheit zu glänzen. Das zeugt von seiner geerdeten Persönlichkeit, die viele als besonders zugänglich empfinden.
Soziale Medien sind keineswegs der einzige Grund für seinen Erfolg. Vielmehr dienten sie ihm als Sprungbrett in ein breiteres kulturelles Feld. Seine Fähigkeit, Humor als präzise Waffe gegen Dogmen und Einseitigkeit einzusetzen, statt nur als Ablenkung, macht ihn einzigartig. Seine Figuren sind prägnante Spiegelbilder des wahren Lebens, keine überzogenen Karikaturen. Das macht ihn besonders relevant in einer Zeit, in der viele gesellschaftliche Probleme intensiv, komplex und oft lähmend sind.
Seine Nähe zum Publikum ist durchweg spürbar. Er spricht unverblümt, oft selbstironisch, aber stets respektvoll. Er macht nie Witze, die humorvoll gemeint sind. Stattdessen versteht er es, charmant und fair zu agieren. Er bewahrt seine Authentizität, insbesondere in seiner Online-Persönlichkeit; er bleibt seinen Prinzipien treu, ohne auf falsche Imagepflege zurückzugreifen. Obwohl sie in der heutigen Medienlandschaft ungewöhnlich ist, ist diese Art von Ehrlichkeit auch ein großer Vorteil.
Viele junge Menschen sollten sich von seiner Biografie inspirieren lassen: Man muss sich nicht zwischen Studium und Auftritt oder zwischen Vernunft und Kreativität entscheiden. Paulus zeigt, wie sich beides ergänzen kann. Während sein kabarettistisches Flair seinen Argumenten eine beeindruckende Leichtigkeit verleiht, verleiht sein juristisches Denken seinem Humor Struktur.
Auch wenn er Themen wie Diversität, Männlichkeitsstereotype und den Platz der Kunst in der Gesellschaft diskutiert, vertritt er eine zukunftsorientierte Haltung.