Der 26. November 1957, Matthias Reims Geburtsdatum in Korbach, steht für weit mehr als nur den Beginn eines Lebens. Es ist die Geburtsstätte eines musikalischen Phänomens, das die deutsche Popmusik maßgeblich geprägt hat. Reim entschied früh, dass Musik sein Leben bestimmen würde, obwohl er bereits ein Studium der Germanistik und Anglistik begonnen hatte. Bereits in den 1980er Jahren schrieb er Songs für namhafte Künstler wie Roberto Blanco, Tina York, Jürgen Drews und Bernhard Brink. Er war eine kreative Kraft im Hintergrund, deren großer Auftritt kommen sollte.

„Verdammt, ich lieb’ Dich“ wurde 1990 nicht nur ein Megahit, sondern auch einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Songs aller Zeiten und markierte einen Wendepunkt, der bis heute nachhallt. Er verkaufte mehr als 2,5 Millionen Exemplare und war 16 Wochen in Folge auf Platz eins der deutschen Charts – ein Rekord, den nur Boney M. erreichen konnte. Die Tatsache, dass Reim den Song bereits für andere Künstler geschrieben hatte, bevor er ihn aufnahm und bei Polydor veröffentlichte, machte diese Erfolgsgeschichte noch bemerkenswerter. Der Song wurde zum Ticket für eine brillante, wenn auch nicht immer problemlose Karriere und zur Hymne einer ganzen Generation.
Matthias Reim – Persönliche und Karriereinformationen
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Geburtsname | Matthias Reim |
| Geburtsdatum | 26. November 1957 |
| Alter (Stand 2025) | 67 Jahre |
| Geburtsort | Korbach, Hessen, Westdeutschland |
| Beruf | Sänger, Songwriter, Komponist |
| Musikrichtung | Schlager, Pop, Rock |
| Karrierebeginn | 1977 |
| Durchbruch | 1990 mit „Verdammt, ich lieb’ Dich“ |
| Verkaufsrekord | 2,5 Millionen verkaufte Singles (nur dieser Hit) |
| Labelverträge | Polydor, EMI |
| Auszeichnungen | Bravo Otto Gold, Goldene Stimmgabel |
| Kinder | Sieben Kinder mit fünf Frauen |
| Aktueller Wohnort | Stockach, Bodensee (mit Ehefrau Christin Stark) |
| Letzte Alben | „Unendlich“ (2013), „MR20“ (2019) |
| Gesundheitskrise | Burnout & Stimmbandentzündung (2022) |
| Quelle |
Nach diesem Erfolg war der weitere Weg alles andere als einfach. „Reim“, „Reim 2“ und „Morgenrot“ gehörten zu Reims zahlreichen Alben, doch sie konnten nie an den unglaublichen Erfolg von „Verdammt, ich lieb’ Dich“ anknüpfen. Seine unglaubliche Ausdauer und Anpassungsfähigkeit machten den Mangel an Chart-Dominanz jedoch mehr als wett. Sein Einfluss auf nachfolgende Generationen ist besonders deutlich, da seine Kinder Julian und Marie Reim heute bekannte Pop- und Schlagerkünstler sind. Diese musikalische Kontinuität erinnert fast an globale Dynastien wie die Familie Cyrus oder die Jacksons.
Sein Privatleben war ebenso turbulent wie sein Berufsleben. Eine von Reims früheren Ehen war mit der Sängerin Michelle, mit der er eine Tochter namens Marie hatte. Mit der erfolgreichen Künstlerin Margot Scheuermeyer hat er Sohn Julian und Marie. Reims Privatleben ist fast so komplex wie seine Musikkarriere: Er hat sieben Kinder von fünf verschiedenen Frauen. 2020 heiratete er die Sängerin Christin Stark, und die beiden leben seit 2015 zusammen. 2022 bekam das Paar eine Tochter, Reims siebtes Kind.
Seine Fähigkeit zur Selbstironie und sein Sinn für Humor halfen ihm durch schwierige Zeiten. Nachdem er aufgrund von Fehlinvestitionen und bedingungslosem Vertrauen in seinen ehemaligen Manager einen erheblichen Teil seines Vermögens verloren hatte, reagierte Reim mit einer überraschenden Reaktion: In einem Sixt-Werbespot machte er sich mit dem Slogan „Verdammt, ich habe nichts – ich miete bei Sixt“ über sich selbst lustig. Diese selbstironische Formulierung machte ihn nicht nur sympathischer, sondern zeigte auch sein Mediengeschick in einer hochdigitalisierten Musikbranche.
In den letzten Jahren musste Reim erhebliche gesundheitliche Hürden überwinden. Er sagte alle seine bevorstehenden Auftritte im September 2022 ab und nannte als offiziellen Grund eine Stimmbandentzündung. Später bekannte er öffentlich, schwer ausgebrannt zu sein. Da immer mehr Künstler wie Adel Tawil und Helene Fischer offen über psychische Probleme sprechen, traf diese Transparenz in der Branche einen Nerv. Reims Botschaft ging somit weit über Schlager hinaus und löste Diskussionen über psychische Gesundheit in der Unterhaltungsbranche aus.
Matthias Reim blieb trotz finanzieller Schwierigkeiten und gesundheitlicher Rückschläge kreativ. Mit Alben wie „Unendlich“ und „MR20“ bewies er seine Veränderungsbereitschaft und seine musikalische Vielseitigkeit. Besonders bemerkenswert ist sein Wandel vom traditionellen Schlagersänger zum echten Songwriter, dessen Texte zunehmend emotionale Ehrlichkeit und biografische Tiefe vermitteln.
Durch seine umfassende Bühnenpräsenz und die musikalische Vergangenheit seiner Familie ist er zu einer Art Institution geworden. Reim blieb eine feste Größe in der deutschen Musikszene, sowohl im Radio als auch auf Festivals, sowohl beim jüngeren als auch beim älteren Publikum, während viele seiner ehemaligen Kollegen in den Ruhestand gingen oder einen kommerziellen Niedergang erlebten.
So ist der 26. November 1957 nicht nur der Geburtstag eines Musikers, sondern auch der Beginn einer Geschichte, die bis heute erzählt wird. Matthias Reim hat gezeigt, dass die Musikbranche nicht nur schnellen Erfolg, sondern auch Ausdauer, Flexibilität und den Mut zu Offenheit und Ehrlichkeit erfordert. Seine Lebensgeschichte ist voller Rückschläge und Erfolge und spiegelt eine Gesellschaft wider, zu der viele Menschen gehören.