Wout Van Aert, 190 Zentimeter groß und 78 Kilogramm schwer, fällt es besonders schwer, Kraft und Ausdauer in Einklang zu bringen. Durch rigoroses Training und regelmäßiges Körpertraining hat sich sein Gewicht – das in einem Hochleistungssport wie dem Radsport auf den ersten Blick schwierig erscheinen mag – als bemerkenswert vorteilhaft erwiesen.

Van Aert hat sich in den letzten Jahren als einer der effizientesten und vielseitigsten Radfahrer einen Namen gemacht. Seine Leistungen waren stets von einer sehr deutlichen Konstanz geprägt, insbesondere während der Tour de France. Er nutzte dieselbe körperliche Verfassung, die sich als äußerst funktionell erwies, zum Laufen, Bergauffahren und für Zeitfahrsiege. Dank seiner Vielseitigkeit ist er eine Inspiration für aufstrebende Radsportler, die sich nicht auf eine einzige Disziplin beschränken wollen.
Wout Van Aert – Biografische und Sportliche Eckdaten
| Kategorie | Details |
|---|---|
| Name | Wout Van Aert |
| Geburtsdatum | 15. September 1994 |
| Alter | 30 Jahre |
| Herkunft | Belgien |
| Größe | 190 cm |
| Gewicht | 78 kg |
| Team | Visma – Lease a Bike |
| Disziplinen | Straßenrennen, Cyclocross |
| Profi seit | 2013 |
| Tour de France Etappensiege | 9 (2019–2022) |
| Punktewertung Tour 2022 | Gewinner |
| Sieg bei Monument | Mailand–Sanremo 2020 |
| UCI-Stärkewert (ø 3 Jahre) | 95 Punkte |
| Link |
Seine sportliche Identität dreht sich um sein Gewicht, das er eher als Ressource denn als Einschränkung betrachtet. Van Aerts Fähigkeit, seine Masse durch eine äußerst präzise Energieverteilung zu regulieren, stellte er bei historischen Rennen wie Paris-Roubaix oder auf Etappen der Tour de France mit flachem Verlauf unter Beweis. Dadurch gehört er zu den besten Allroundern im Peloton.
Diese Anpassungsfähigkeit wurde durch seine Rivalität mit Mathieu van der Poel noch unterstrichen. Van Aerts Fahrstil wirkt geerdet, strategisch und besonders körperlich stabil, im Gegensatz zu van der Poels Tendenz zu explosivem Vorgehen und technischen Risiken. Diese Harmonie zwischen mentaler Konzentration und körperlicher Stärke funktioniert hervorragend, sowohl im Wettkampf als auch als langfristige Profistrategie.
Sein Leistungsprofil zeichnet ein anschauliches Bild der gegenseitig vorteilhaften Beziehung zwischen Gewicht, Kraft und Technik: 96 Punkte auf Kopfsteinpflaster, 93 Punkte bei Bergrennen und 96 Punkte bei Eintagesrennen. Dies ist im modernen Radsport besonders wichtig, und er schafft es, sein Gewicht durch gezielte Ernährung und aufmerksame Datenanalyse stabil zu halten.
Van Aert hat über die Jahre bewiesen, dass Gewicht sowohl taktisch als auch körperlich wichtig ist. Er passt seine Form schrittweise für Etappenrennen an und konzentriert sich dabei auf den Aufbau der für bestimmte Abschnitte wichtigen Muskelgruppen oder die Reduzierung des Wassergewichts. Dank seiner Vielseitigkeit kann sein Gewicht nun im Rennsport vielfältig eingesetzt werden.
Van Aert zeigt, dass starke Körpermasse, richtig eingesetzt, genauso effektiv sein kann wie Gewichtsverlust. So versuchen einige Fahrer wie Remco Evenepoel oder Geraint Thomas, am Anstieg wichtige Sekunden zu gewinnen. Sein Gewicht wurde für eine aerodynamisch optimale Leistung angepasst, wie seine Zeitfahrergebnisse belegen: 93 Punkte für kurze und 92 für lange Etappen. Die konstante Kraftentfaltung ist der Vorteil, insbesondere auf langen Geraden und bei Wind.
Van Aerts Bedeutung geht über seine sportlichen Erfolge hinaus. Im Wettkampfsport verkörpert er ein modernes Körperbild, das Balance statt drastischer Gewichtsoptimierung betont. Daher macht er jungen Fahrern deutlich, dass Kontrolle, Selbstvertrauen und strategische Weitsicht wichtiger für den Erfolg sind als drastischer Gewichtsverlust.
Im gesellschaftlichen Diskurs um das Körperbild fungiert Van Aert unbewusst auch als Botschafter. Seine Leistungen strahlen eine gelassene Souveränität aus, in einem Umfeld, in dem Kilogramm häufig scharfer Kritik ausgesetzt sind. Sein Gewicht ist eine Voraussetzung, kein Problem. Wie eng seine körperliche und mentale Verfassung miteinander verknüpft sind, zeigte sich insbesondere 2022, als er drei Etappen gewann und die Tour de France dominierte.
Seine technische Vielseitigkeit unterstreicht diese Beständigkeit, die durch seine Familie und sein Arbeitsumfeld bestärkt wird. Er ist ein System, kein Spezialist, wie seine beeindruckenden Lead-Out-Fähigkeiten (90 Punkte), seine Dominanz auf der Strecke (96 Punkte) und seine Sprintfähigkeit (93 Punkte) belegen.
Er hat außerdem drei Cyclocross-Weltmeisterschaften gewonnen, was seine „körperliche Vielseitigkeit“ unterstreicht. Bei diesen Rennen wird das Gewicht nicht nur von der Masse bestimmt; es hängt auch von Balance, Fahrkönnen im schlammigen Gelände und der in kürzester Zeit produzierten Energiemenge ab. Van Aert gewann dort mit derselben körperlichen Verfassung, mit der er später auf den Champs-Élysées jubeln sollte.
Van Aert zählt mit einem UCI-Durchschnitt von 95 Punkten zu den bestbewerteten Fahrern der aktuellen Generation. Seine Techniken sind besonders neuartig, da sie die Lücke zwischen datenbasierten Trainingsmethoden und konventionellem Körperbewusstsein deutlich schließen.